Gesundheit & Soziales in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Nur Suppe im Krankenhaus

Nur Suppe im Krankenhaus

Warnstreik der Servicebeschäftigten am Klinikum Oberlausitzer Bergland
Warnstreik KSGLZ 10.04.2015 Zittau Andre Urmann Warnstreik KSGLZ 10.04.2015 Zittau

Sie arbeiten oft im Hintergrund, die weniger sichtbaren Helfer im Krankenhaus, die neben Ärzten, Therapeuten oder Krankenschwestern für das Patientenwohl sorgen. Am Freitag haben etwa 100 dieser Krankenhausmitarbeiter am Klinikum Oberlausitzer Bergland für alle sichtbar ihre Arbeit niedergelegt.

Grund dafür sind die seit nunmehr 3 Monaten und 3 Verhandlungsrunden ohne Ergebnis verlaufenen Tarifverhandlungen. Die Beschäftigten der Krankenhausservicegesellschaft, die im Jahr 2003 ausgegliedert wurden, fordern einen Tarifvertrag, der die prekären Arbeitsbedingungen verbessern soll. Die Arbeit in Küche, Bewachung, Reinigung, Logistik oder Betriebstechnik ist besonders gekennzeichnet durch starke physische Belastungen, einen hohen Grad an Flexibilität und verlangt vom Arbeitnehmer ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Dafür den Servicebeschäftigten die im Krankenhauswesen etablierten Tarifstandards sukzessive zukommen zu lassen, ist nicht nur folgerichtig, sondern die soziale Verpflichtung eines Krankenhauses und Unternehmens in Trägerschaft des Landkreises Görlitz. Ähnlich sehen das auch viele Kolleginnen und Kollegen im Pflegedienst. Diese hatten gegenüber ver.di Vertretern im Rahmen einer Betriebsbegehung am Vorabend ihre Solidarität bekundet. 

Warnstreik KSGLZ 10.04.2015 Zittau Andre Urmann Warnstreik KSGLZ 10.04.2015 Zittau

Der Warnstreik selbst war ein voller Erfolg. Der Arbeitgeber hatte große Mühen ausreichend Streikbrecher zu organisieren. Da nutzten ihm auch seine Streikbrecherprämien in Form von Pralienen und eines 25€ Gutscheins einer regionalen Tageszeitung nichts. Im Gegenteil, die Bestechungsversuche führen bis heute zu einer noch viel entschlosseneren Belegschaft die nach neuen ver.di Beitritten weiter zusammenrückt. 

Zwangsläufig kam es durch den Streik zu Beeinträchtigungen bei der Patientenversorgung, auch , weil der Arbeitgeber das ver.di Notdienstangebot ausschlug. Eine solche Notdienstvereinbarung soll Gefahren für Gesundheit und Leben der Patientinnen und Patienten abwenden. Das Klinik-Management sah offenbar bei dieser Frage keinen Handlungsbedarf.

Wie geht es nun weiter? Die Arbeitgeberseite hatte neue Termine und Tarifangebote zugesichert. Hält Sie Wort, könnte ein Tarifergebnis möglich werden. Wenn nicht, werden die Streiks weiter gehen. 

ver.di Kontakt: André Urmann
http://jetzt-sind-wir-dran.verdi.de

Warnstreik KSGLZ 10.04.2015 Zittau Andre Urmann Warnstreik KSGLZ 10.04.2015 Zittau